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Großer Jubel der „Grünen Nelken” bei der Ordensprämierung

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Im Saarbrücker Rathausfestsaal geht' um den „Orden des Jahres“. Hochspannung herrscht in der Delegation des Dudweiler Karnevalsvereins Grüne Nelke bei diesem Wettbewerb des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine (VSK). Nur noch zwei der Spitzenplätze hat Moderator Bernd Mühlen zu verkünden, und so gehen die, die noch Hoffnungen auf den Sieg haben, durch die Hölle.

Mühlen hat bisher zunächst alle 38 von den Vereinen zum Wettbewerb eingereichten Orden kurz vorgestellt, in einer weiteren Runde hat er jetzt Platz sechs bis drei verkündet.

Also ist alles noch drin für die Nelken, sogar irgendwo im Niemandsland der bei den Platzierungen nicht genannten Vereinen zu sein. Sekunden später herrscht dann Gewissheit. Während auf der Leinwand das Foto des Sessionsordens der Grünen Nelke erscheint, lüftet Mühlen endlich das gut gehütete Geheimnis: „Der zweite Platz und damit die Prämie von 333 Euro gehen an die Grüne Nelke Dudweiler.“

Jetzt jubeln sie. Präsident Andreas Becker, Ordensmacher Volker Herrmann und dazu die Unterstützer Nina Müller, Thomas Koch, Fabian Meyer und Jonas Degen. „Die Grünen 20er“ heißt das Sessionsmotto der Grünen Nelke in Anlehnung an die goldenen 1920er-Jahre. Entsprechend hatte der Ordensschöpfer viele Symbole aus dieser Zeit auf dem Oden unterzubringen. Mit Kopffeder geschmückte Damen in für die damalige Zeit knappen Kleidchen. Hier und da sind sogar die Strumpfhalter zu sehen. Ihre Begleiter sind im eleganten Anzug, aber auch mit Knickerbocker und Hosenträger zu sehen. Ein Grammofon. Eine stolze Karosse, die heute selbstverständlich zur Kategorie Oldtimer gehört und auf dem Nelkenorden mit der Nummer „2016/2017“ zugelassen ist. Dazu noch einige Spielkarten und Jetons, die das Abbild des damaligen Lebensstils der besseren Gesellschaft nachzeichnen. Den Hintergrund bildet die traditionelle Form aus grün-weißen Sternenstrahlen.

Auch im Programm haben die Grünen Nelken einiges auf das Motto abgestimmt – Schautänze zum Beispiel. Und die Latzegallis um den Präsidenten Becker am Bass haben sogar ein Lied ausgegraben, das schon mehr als 100 Jahre auf dem Buckel hat. „Nur nicht aus Liebe weinen“, sagt der Vereins-Chef und Obersthauptkamerad der Nelkenfunken. Wie es für die Latzegallis üblich ist, aber in einer flotteren Version als sie im Film „Es war eine rauschende Ballnacht“ die unvergessene Zarah Leander singt: „In etwa so, wie die Kölner Band Brings das interpretiert.“

Klar, dass die Delegation aus Dudweiler den Erfolg noch ein bisschen gefeiert hat. Schließlich sind sie vorher bei vielen Teilnahmen nicht über einen vierten Platz hinaus gekommen. Die erzielte Prämie wollen die Grünen Nelken zum Großteil in den Orden für die kommende Session investieren.
Im Rahmen der Ordenskür des Verbandes Saarländischer Karnevalsvereine (VSK) im Saarbrücker Rathaus St. Johann übergab der Verband 888,88 Euro an die Einrichtung Kulturschlüssel Saar. Deren Vertreterin Susanne Burger: „Theater, Oper, Kino, Sportveranstaltungen: Das Saarland bietet jede Menge, aber nicht jeder kann das Angebot nutzen. Viele können oder möchten nicht alleine ins Theater oder ins Kino gehen. Damit alle am kulturellen Leben teilnehmen können, vermittelt der Kulturschlüssel Saar freiwillige Begleiter und Freikarten.“ Die Spende stammt aus der Hutsammlung, welche der Verband Saarländischer Karnevalsvereine jüngst bei der Veranstaltung „Faasendbeatz, wir können mehr als nur Uftata“ in Quierschied (die SZ berichtete) gemacht hat.

(Quelle: Saarbrücker Zeitung, 04.02.2017, von Andreas Lang)